Ist die tragisch-schöne Geschichte über zwei Frauen, die eine Amazone von Geburt, die andere ehemalige Sklavin und Freundin der berühmten Seherin Kassandra, die sich zu den widrigen Zeiten des Trojanischen Krieges kennen und lieben gelernt haben. Im Buch lesen wir über die Schöpfung der Welt und den Einbruch der griechischen Götter und Sitten in die matriachale Gesellschaft. Wir erfahren die griechischen und trojanischen ‚Heldentaten’ aus Sicht der Amazonen und Frauen, die ebenfalls frei sein wollen.
Die Geschichte von Melanippe und Marpessa ist deshalb tragisch weil das Schicksal ihr Leben immer wieder durch Ereignisse trennt. Schön weil ihr Ende ein optimistisches ist.
Auszug aus dem Epilog:
„Was ist eine Amazone?“
„Großmutter sagte…“
„Was denkst du?“
„Nun, Amazonen reiten Pferde, jagen ihr Essen, bauen ihre eigenen Häuser und ziehen weiter wenn es Zeit ist.. und sie haben vor keinem Mann angst und… .“
„Wo findest du solche Frauen?“
.
.
Ich starrte auf den Mond. Er war vom Rand der Hügel hoch gewandert. …
„Überall“, flüsterte ich, „ Amazonen sind überall.“ …
Einfach phantastisch ist die Sprache, die Ellen Frye benutzt. Sie spielt geradezu mit den Worten und schafft es so, eine Art des Denkens anzuregen, die in unserer rationalen Welt nicht mehr häufig zu finden ist. Leider liegt aus dem Englischen noch keine Übersetzung vor, was angesichts der poetischen Sprache wohl auch schwierig ist. Wer kein gehobenes Englisch beherrscht und nicht bereit ist, sich durchzuringen, trotz einiger Vokabeln, die in keinem Wörterbuch zu finden sind, weiter zu lesen, sollte die Finger davon lassen. Für alle anderen wird das Buch hoffentlich auch eine Offenbarung werden.
Rezension von Cailean
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